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Posted 13. Februar 2012 by Philipp Rogmann in News
 
 

The Darkness II: Jackie Estacados neuestes Horror-Abenteuer im Test


Zwei Jahre ist es her, seit Jackie Estacado mithilfe der Dunkelheit die Mörder seiner Freundin abschlachtete und in The Darkness II geht es wieder auf einen Höllentrip durch eine surreale Welt aus Dunkelheit, Hass, Brutalität und Horror. Allerdings ist The Darkness II anders als der Vorgänger, teils ist das gut, teils fehlt ein bisschen das Gefühl von Neuerung. Denn The Darkness II ist ein wirklicher Shooter mit perfekt eingesetztem Horror, der auch denjenigen, die schwer zu beeindrucken sind, viele Gruselmomente bescheren wird. Das Gefühl eines Action-Adventures, wie beim ersten Teil, ist nicht mehr so sehr vorhanden, denn hier geht es nur um das Abschlachten von großen Ansammlungen von Gegnern – mit dem Gefühl, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Was ist real und was nicht? Das ist eine große Frage, die Ihr Euch in der Kampagne definitiv stellen werdet.

Embrace the Darkness
Zwei Jahre nach den Ereignissen von The Darkness ist Jackie inzwischen der Boss einer Gangsterfamilie und hat die Dunkelheit, die ihm bei der Rache des ersten Teils geholfen hat, unter Kontrolle und in sich begraben. Er will die dämonische Macht nicht nutzen. Natürlich kann das nicht funktionieren, wir wollen schließlich ein Spiel haben, in dem wir die Möglichkeiten der Arme der Dunkelheit nutzen können. Und nach einem absolut beeindruckenden Beginn der Geschichte haben wir auch sofort die Möglichkeit dazu.

Obwohl die Einzelspielerkampagne von The Darkness II relativ kurz ist (nach etwa fünf Stunden seid Ihr durch), ist die Atmosphäre an jeder Stelle genial. Das liegt nicht nur an der Action, sondern auch am Voice Acting der Schauspieler, die The Darkness II vertont haben: jede Zeile Dialog ist mit Hingabe gesprochen. Wie schon angesprochen, ist The Darkness II mehr Horror-Shooter als Grusel-Adventure und die Schockelemente sind teilweise so perfekt, dass Ihr mitten in die Geschichte gezogen werdet. Da tut die teilweise schon etwas lahme künstliche Intelligenz der Gegnerhorden keinen Abbruch.

Neben Euren Waffen habt Ihr mit den Armen der Dunkelheit unendlich viele Möglichkeiten, Euch Eurer Haut zu wehren, wenn die Massen an Gegnern auftauchen. Der linke Arm kann Dinge und Gegner greifen, um Euch mit Autotüren oder ähnlichem zu schützen oder die Herzen von Gegnern zu essen, um die Lebensenergie wieder aufzufüllen. Der rechte Arm ist zerstörerischer und schneidet Gegner in Stücke. Wenn Ihr beide Arme verbindet, kommen teilweise groteske Finisher dabei raus, die nichts für schwache Nerven sind. Und obwohl man es sich anfangs nicht vorstellen kann: auch diese werden nach einer Zeit langweilig.

Im Laufe des Spiels sammelt Ihr dunkle Energie auf, die es Euch erlauben, die Skills von Jackie zu verbessern und neue Fähigkeiten hinzu zu gewinnen. Vollständig ausgestattet seid Ihr praktisch unverwundbar – wäre da nicht Euer größter Feind: das Licht. Wenn Ihr von Licht getroffen werdet, ziehen sich nicht nur Eure dämonischen Arme zurück, das ganze Bild wird in schwarz-weiß getaucht und unscharf. Schnelles Ausschalten von Lichtquellen ist also Pflicht.

Der lineare Weg
The Darkness II ist ein sehr linearer Shooter, der sich komplett anders als der Vorgänger anfühlt. Das liegt nicht nur am sehr linearen Spielverlauf, sondern auch an der anderen Grafik, die fast wie das Comic aussieht, auf dem das Spiel basiert. Aber keine Angst, die brutale Action ist trotzdem vollkommen. Wie gesagt: nach etwa fünf Stunden ist Schluss im Singleplayer. Dann kommen die Vendetta-Missionen an die Reihe, die Ihr mit bis zu drei anderen Spielern zusammen im Koop durchspielen könnt. Jeder Charakter hat verschiedene Sonderfähigkeiten und der Vendetta-Modus ist nach etwa zwei Stunden auch geschafft. Durch die Spezialfähigkeiten macht dieser Modus – besonders wenn Ihr zusammen mit fähigen Spielern kämpft – nur auf der höchsten Schwierigkeitsstufe Spaß.

Auf der Konsole ist das Auto-Aiming bei The Darkness II so gut gestaltet, dass selbst Anfänger im Shooter-Genre sofort Erfolgserlebnisse haben werden. Veteranen werden die Herausforderung vermissen, können sich aber auf die interessante Steuerung der Arme freuen, die sehr viel präziser sein muss, um erfolgreich eingesetzt zu werden.

Fazit:
The Darkness II ist ein sehr guter Horror-Shooter mit einer Geschichte, die Euch sofort mittens ins Geschehen zieht. Durch die Schockelemente, die perfekt inszeniert und nicht übertrieben oft genutzt werden, und das durchgängig sehr professionelle Voice Acting der Protagonisten, ist dieser Titel wunderbar fesselnd. Insgesamt ist The Darkness II für Shooter-Enthusiasten zu einfach, die Kampagne ist leider arg kurz. Und das lineare Vorgehen schlägt etwas auf die positive Wertung. Wer eine Story von unglaublicher Brutalität und mit vielen Psychospielchen – verpackt in einen Shooter – sucht, ist bei The Darkness II dennoch absolut an der richtigen Adresse.