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Posted 3. April 2012 by Philipp Rogmann in News
 
 

Das Schwarze Auge: Demonicon: Studiobesuch in Berlin und Preview / Teil 2: Talente, Kämpfe, Gameplay


Nachdem wir uns gestern ein wenig mit der Geschichte von Das Schwarze Auge: Demonicon auseinandergesetzt haben, gehen wir heute auf etwas anderes ein: das Spielen selbst. Wir hatten die Möglichkeit, bei Noumena einige Quests durchzuspielen, einige Anpassungen in Punkto moralischer Entscheidungen zu machen und zu sehen, inwieweit sich das Ganze auf die persönliche Geschichte auswirkt. Natürlich haben wir uns auch das Talentsystem angeschaut, das durchaus der klassischen DSA-Philosophie folgt.

Viel Kampf, viel Ehr‘
Demonicon ist ein Action-Rollenspiel. Zwar ist die Charakterentwicklung durch moralische Entscheidungen ein wichtiger Prozess, der sich durch die Spielgeschichte als roter Faden zieht. Aber wichtiger ist der direkte Kampf, das Nutzen verschiedenster Waffen in Verbindung mit Zaubern, die auf die Entfernung Schaden anrichten, oder Euch die Möglichkeit geben, durch Flächenschaden Raum zu gewinnen. Durch geschicktes Wegrollen habt Ihr zusätzlich die Möglichkeit, den Gegnern aus dem Weg zu gehen. Das gesamte Kampfsystem, das wir auf einem Xbox-Controller getestet haben, ist sehr direkt. Per linken Schultertasten werden entweder Zauber oder Sonderschläge mit der Waffe ausgeführt, die Ihr vorher im Fähigkeitenmenü auf die entsprechenden Tasten gelegt habt. Das ist einfach und zweckmäßig.

Mit dem Erwachen der dämonischen Macht in Cairon schalten sich die Möglichkeiten frei, bestimmte Talente und Fähigkeiten immer weiter auszubauen. Es gibt in Demonicon keine Stufen wie in anderen RPGs, sondern für das Lösen von Aufgaben und gewonnene Kämpfe gibt es Abenteuerpunkte, die Ihr dann an vielen verschiedenen Stellen verteilen könnt: für Zauber, für spezielle Nahkampfattacken, für sekundäre Talente (Überredungskunst uvm.) und für die Gesamtkonstitution des Helden. Je mehr Punkte Ihr auf ein sekundäres Talent verwendet, desto höher steigt die Gesamtstufe, die dafür sorgt, dass bestimmte Aktionen erst möglich sind. Auch hier ist die Überredungskunst ein gutes Beispiel. Wenn in einem Dialog die Möglichkeit zum Überreden des Gegenübers besteht, wird anhand einer Punkteskala auf der linken Seite des Entscheidungsrads gezeigt, wie schwer die Überzeugung ist und auf der rechten Seite, wie hoch Eure Fähigkeit zum Überreden ist.

Quests und Nebenaufgaben
Natürlich gibt es eine Haupt-Quest-Reihe, die die Geschichte von Demonicon erzählt. Sie ändert sich durchaus durch Eure moralischen Entscheidungen. Fallt Ihr bei einer Fraktion in Ungnade, stehen Euch bestimmte Optionen nicht mehr zur Verfügung. Aber auch die zahlreichen Nebenquests stellen Euch vor Entscheidungen, die Einfluss auf Euer gesamtes Vorankommen haben. Helft Ihr jemandem mit einem kleinen Gefallen, habt Ihr vielleicht einen wichtigen Fürsprecher für die Zukunft gewonnen. Das ist das Gute an Demonicon: Das Spiel ist nicht vorplanbar, Ihr könnt nicht berechnen, was bestimmte Entscheidungen im weiteren Verlauf noch für Auswirkungen haben. Es gilt also, immer abzuwägen, was etwas Euch bringt. Wer gute Überredungskünste hat, kann Kämpfen aus dem Weg gehen; wer gut im Schlösserknacken ist, muss sich nicht unbedingt legal Zutritt zu Orten verschaffen oder kann Truhen öffnen, ohne lange mit dem Besitzer zu diskutieren.

An wem Ihr definitiv nicht vorbeikommt bzw. Euch nicht dran vorbei diskutieren könnt, sind die vielfälltigen kleinen und großen Bosse in Demonicon. Wir konnten so einen Bosskampf miterleben und sie stellen definitiv eine besondere Herausforderung dar. Während normale Gegner lediglich eine Fähigkeit haben und relativ einfach zu besiegen sind – Gefahr kommt durch große Gruppen – haben die Bosse mehrere Phasen, in denen sie andere Dinge können und die verschiedene Taktiken erfordern. Da switcht dann der Boss einfach vom Nah- in den Fernkampf. Vorsicht ist also angesagt.

Fazit:
Manche Hersteller hätten sicherlich ein genaues Auge auf uns Journalisten gehabt, als wir Noumena besuchten. Alles nur keine Bugs oder unfertige Dinge sehen. Glücklicherweise zählt Publisher Kalypso Media nicht zu diesen Feiglingen. Man ist überzeugt von dem, was da in Berlin entsteht und man zeigt es gern – in allen Facetten. Und das ist richtig so: eine dunkle Geschichte braut sich da zusammen, auf die nicht nur Fans des DSA-Universums ein Auge haben sollten. Wir sind gespannt, wie das endgültige Produkt sich dann anfühlt. Releasedatum soll in 2013 sein und kommen wird Das Schwarze Auge: Demonicon für Xbox 360, PlayStation 3 und PC.