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Posted 25. Juni 2012 by Philipp Rogmann in News
 
 

Tomb Raider: Ob der Reboot der Serie funktioniert? Unser Preview


Lara Croft ist zurück und doch ist sie wieder ganz am Anfang – als wäre noch garnichts geschehen. Die Archäologin ist jung und hat mit 21 Jahren gerade ihr Studium beendet. Nun ist sie auf der Suche nach dem Abenteuer, das ihren Namen in die Geschichtsbücher bringt. Doch manchmal muss man nicht suchen, man wird gefunden. Nach einigen mehr oder weniger gelungenen Aufgüssen versuchen die Entwickler es mit dem neuen Tomb Raider-Teil, die Serie aus dem Tal zu holen, in dem sie sich befindet.

Soviel vorneweg: Madame Croft ist sexy und intelligent, aber eines ist sie noch nicht: stark. Am Anfang des Spiels ist sie eine unerfahrene junge Frau, die noch so garnichts mit der Lara Croft der Originalspiele zu tun hat. Keine Zwei-Waffen-Pirouetten mit eingesprungenem Doppelsalto, nur ein verängstigtes Mädchen, das versucht, in einer ihr komplett fremden Welt zu überleben. Dabei ist zunächst ein viel größerer Feind zu bezwingen, als irgendwelche Gangster mit Waffen: die Natur in all ihrer Härte. Doch schauen wir uns erst einmal an, wie sich das Abenteuer in Tomb Raider entfaltet. Wir wissen spätestens seit dem Crossroads-Trailer, das sich alles ein wenig geändert hat in der Welt der Lara Croft.

„Adventure found me…“
Wir begleiten Lara Croft, frisch von der Universität, an Bord des Forschungsschiffs „Endurance“. Sie will sich einen Namen machen, ist aber durchaus noch naiv und unschuldig. Alles kommt natürlich ganz anders, das Schiff zerschellt an einer Klippe, wird auseinandergerissen. Lara wird von dem Rest der Mannschaft getrennt und findet sich am Strand der Ostküste Japans wieder – allein und ohne Orientierung. Als sie sich aufmacht, die anderen zu finden, wird uns die Größe der Geschichte das erste Mal klar: an den Klippen finden sich Schiffe aus allen Epochen der Zeitrechnung. Es scheint, als wäre dieser Ort das Ende vieler Abenteurer gewesen.

Die Entwickler wollen mit dem neuesten Tomb Raider einen Reboot erreichen. Was Batman Begins für Bruce Wayne und die Geschichte des dunklen Ritters war, soll Tomb Raider für Lara Croft sein. Sie wird sich entwickeln zu der toughen Abenteurerin mit Nerven aus Stahl. Zunächst ist davon – wie schon gesagt – nicht viel zu sehen. Sie ist emotional sehr instabil, ist überfordert von der Situation, bricht in Tränen auf, schreit und ist ständig am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Das ist durchaus verständlich und macht sie menschlich. Wir entwickeln uns als Spieler mit ihr.

Klassisch und noch mehr
Nachdem wir über Reboot und Veränderung sprechen, gibt es aber durchaus noch das klassische Element, das alle Tomb-Raider-Teile gemeinsam haben. Wir springen, klettern und zwängen uns durch die Gegend. Und auch Waffen gibt es. Als wichtigstes Werkzeug, um die Natur zu überleben, finden wir einen Bogen, den wir zunächst erst einmal zu bedienen lernen müssen. Um zu überleben, müssen wir auf die Jagd gehen – etwas, das wir in anderen Spielen der Serie nie machen mussten. Und dabei fällt noch etwas auf: wir erhalten Erfahrungspunkte, die wir dann in eine Verbesserung unserer Fähigkeiten investieren können. So wird Lara Croft zu der coolen Superabenteurerin, die wir lieben.

Upgrades, Kartenmaterial, und einen Punkt, an dem sich Lara sicher fühlen kann, ist das so genannte Basecamp. Dorthin kommen wir immer wieder, um Dinge zu verbessern und die verschiedenen Talente, die Lara bekommen kann, anzupassen. Zwar ist Tomb Raider kein Open-World-Spiel, aber die Areale sind durchaus groß und unübersichtlich. Durch den so genannten Überlebensinstinkt könnt Ihr aber durch einen einfachen Druck auf den Kontroller erkennen, wohin Ihr müsst. Ein Symbol zeigt Euch dann, wo Euer Ziel ist.

Im Laufe des Spiels können wir durch das Durchsuchen von Sperrmüll genügend Gegenstände finden, um unsere Waffen zu verbessern. Das ist auch schnell notwendig, denn kaum haben wir die anderen Mitglieder der Schiffsbesatzung gefunden, bricht die Hölle über uns herein. Die Insel scheint den Lost Kingdom zu beherrbergen, ein mystisches Königreich, das wie Atlantis für viele immer nur eine Geschichte war. Aber Lara und ihre Freunde können die Entdeckung nicht genießen, denn eine eigene Macht ist auf der Insel vorhanden, die von Grund auf böse ist. Diese Bösewichte – anscheinend frühere sovietische Soldaten – tötet wahllos und ist fortan die größte Gefahr für Lara. Bei den Kämpfen gegen mehrere dieser Feinde wird dann auch das neu in Tomb Raider integrierte Deckungssystem wichtig. Wir suchen uns die richtigen Positionen und knipsen die Gegner aus. Oder wir nutzen die Gegend, um gleich ganze Gruppen zu töten – mit angezündeten Pfeilen, die wir auf Benzinfässer abschießen oder durch andere Möglichkeiten, die uns die Gegend bietet.

Das ist brutal und hat so garnichts mehr mit dem Spiel zu tun, das wir kennen. Insgesamt ist Tomb Raider extrem erwachsen, keine Beschönigung, nur harter Kampf gegen Mensch und Natur. Dass das Ganze trotzdem ein Tomb-Raider-Teil bleibt, liegt am Gesamtdesign, das zwar dunkel und brutal ist, aber eine anscheinend großartige Geschichte erzählt (wir konnten nur Teile sehen). Tempelanlagen, Bösewichte auf der Suche nach einem Schatz und ein verschollenes Königreich: das sind die Elemente eines Abenteuers, die es zu einem Lara Croft-Spiel machen. Und eine kurze Aussage eines Bösewichts lässt uns erahnen, dass Lara wichtig für die Gesamtgeschichte ist, als er sagt: „Wir haben so lange gewartet, wir müssen uns sicher sein„, als er Lara Croft das erste Mal trifft.

Ausblick:
Besonders die Momente, in denen der Spieler schnell reagieren muss, weil er einen reissenden Strom heruntergespühlt wird, oder mit einem Fallschirm durch einen Wald navigieren muss, sind genau das, was uns gefehlt hat. Lara ist wieder da und könnte so durchaus zu einem perfekten Reboot werden. Wir sind gespannt und haben unsere anfängliche Skepsis abgelegt. Lara, wir sind bei Dir, wenn Dein Abenteuer beginnt!