0
Posted 21. August 2012 by Philipp Rogmann in News
 
 

Dishonored: Die Maske des Zorns: Hands-on mit dem Stealth-/Shooter-Hybriden

Dishonored 4
Dishonored 4

Es ist dunkel, bedrohlich. Kein Ort, den man aufsuchen will, wenn man nicht zur Aristokratie gehört. Dennoch stellen wir uns der Bedrohung, sicher im Glauben, dass wir etwas ändern können. Und jedes Mal, wenn wir einen der Menschen töten, die das Volk unterdrücken, wird die Welt ein bisschen besser – hoffen wir zumindest. Denn Dishonored schafft es, eine bedrückende Vision zu schaffen; von einer Welt ohne Hoffnung. Auf der Gamescom konnten wir den Arkane Studios Titel in Ruhe anspielen, uns von der Qualität überzeugen.

Kein einfacher Weg…
Wir beginnen unsere Mission auf einem dunklen Kanal, auf einem Boot. Überall auf den Uferpromenaden sind die so genannten Tallboys unterwegs, die wie eine Verbindung aus den Stridern aus Half-Life 2 und Menschen aussehen. Wir haben kaum Chancen gegen diese Ungetüme, weshalb wir uns einen anderen Weg auf das Anwesen unserer Zielpersonen suchen müssen. Denn das ist unser Auftrag: die böse Schwester herausfinden, die mit der anderen zusammen gerade eine Party veranstaltet. Auf dem Weg können wir uns auch noch um einen anderen Bösewicht kümmern – aber dazu später mehr.

Ich bin es gewohnt, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, schnell große Horden Gegner mit gezielten Schüssen zu erledigen. Ich spiele Counter Strike, Quake, Battlefield 3 und andere Shooter. Doch Dishonored ist anders – schwerer zu ergründen. Konstante Munitionsknappheit sorgt dafür, dass man sich andere Wege suchen muss, um sein Ziel zu erreichen. Die magischen Möglichkeiten machen dabei sehr viel mehr möglich, als man zunächst erkennt. Sie spielen eine fundamentale Rolle – mehr als rohe Gewalt und Waffen.

Anfängerfehler
Interessant ist, dass ich also eine Stunde Zeit haben soll, um eine einzelne Mission zu schaffen. Das kann nicht so das Problem sein. Selbstüberschätzung, leider. Bei der Mission, der ich mich annehme, handelt es sich um eine Mission in der Mitte der Kampagne, eine Mission, bei der man normalerweise schon alle Details kennen müsste. Durch einige Erfahrung aus Demonstrationen weiß ich ungefähr, wie ich das hinbekommen will. Ich ergreife physischen Besitz von einem Fisch und schwimme durch die Kanalisation unerkannt bis zu einigen Treppen. Dann schnappe ich mir eine Ratte, ergreife Besitz von ihr und versage gleich völlig: Ratten können nicht springen. Also muss ein anderer Weg gefunden werden. Nach ein paar Versuchen bin ich endlich im Küchenbereich des Herrenhauses. Ab jetzt wird es ernst, denn mich darf niemand sehen.

Das mit dem Schleichen bekomme ich nur bedingt hin. Als ich von einer Bedienung Besitz ergreife, merke ich schnell, dass man Menschen nicht lange unter Kontrolle halten kann. Das führt zu einem ersten Kampf mit Wachen, die ich sowohl im Nah- als auch im Fernkampf besiege. Allerdings gibt es hier einen Störfaktor: den Overseer. Dieser fiese Gegner sorgt per Sonderfähigkeit dafür, dass Ihr Eure Magie nicht nutzen könnt. Solange er lebt, stört er Euch, Ihr könnt kaum etwas sehen. Viele Dinge sind hier Trial-and-Error, am wichtigsten ist es aber, den Overseer schnellstmöglich auszuschalten.

Es gibt ja auch andere Möglichkeiten…
Nachdem der klassische Shooter-Approach nicht sonderlich gut funktioniert, lade ich ein früheres Savegame und gehe zurück zur Szene, in der ich den bösen Lord einfach erschossen habe. Dieses Mal spreche ich mit ihm, gebe ihm ein beleidigendes Schreiben und werde prompt zum Duell herausgefordert. Ich gewinne und bin aus dem Schneider. Denn schließlich habe ich nichts falsch gemacht und die Wachen ignorieren mich einfach. Spätestens jetzt ist klar, wie viele Möglichkeiten es in Dishonored gibt, den Auftrag zu erfüllen. Nimmt man sich Zeit und lässt ab vom klassischen Shooter-Vorgehen, funktioniert das alles viel besser.

Dazu kommt, dass die Atmosphäre von Dishonored: Die Maske des Zorns genial ist: Aristokratie, Unterdrückung, Steampunk, Verzweiflung und trotzdem absoluter Überfluss bei einigen Leuten. Grafisch ist das zudem perfekt umgesetzt. Man mag den Titel als Mischung aus BioShock und Assassin’s Creed sehen, aber wir sagen, es ist einfach Dishonored: Die Maske des Zorns.

Fazit:
Begeisternd, anspruchsvoll und atmosphärisch: das ist Dishonored. Und das macht in Zeiten des Shooter-Einerleis einfach Spaß. Wir freuen uns auf den Release.