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Posted 22. August 2012 by MaxKnop in News
 
 

Guild Wars 2: Ein Treffen mit den Entwicklern / frische Features des MMO


Die Welt ist im Umbruch. Frühere Feinde müssen zusammenarbeiten, um das größere Übel zu vernichten: die Drachen, die seit Jahrhunderten in den Bergen schliefen, sind erwacht und trachten nach der absoluten Macht. Sogar die Charr, einst Todfeinde aller anderen Rassen der Welt, haben sich der gemeinsamen Sache angeschlossen. Guild Wars 2 ist ein MMO, auf das die Community schon lange wartet und bei unserem Termin mit den Entwicklern konnten wir erfahren, warum es so lange dauert: dieses MMO macht einiges sehr anders.

Diesen Samstag geht es für Vorbesteller endlich los und was diese Spieler erwartet, ist innovativ und in vielen Stellen abseits der Norm, die wir kennen. Ein einfaches Beispiel: Kennt Ihr das, wenn Ihr nicht so viel wie andere spielen könnt oder ein anderer Spieler noch nicht Euren Level hat, aber Ihr unbedingt mit ihm zusammenspielen wollt? In anderen MMOs steckt Ihr in einer Zwickmühle, denn der höhere Charakter wird sich im niedrigen Gebiet langweilen und nicht weiter vorankommen. In Guild Wars 2 ist das komplett anders. Der hochstufige Charakter wird auf den Level gestuft der vor Ort normal ist, bekommt aber trotzdem Erfahrungspunkte. Eine tolle Art, dafür zu sorgen, dass Spieler einander mehr helfen.

Insgesamt geht Guild Wars 2 weg vom klassischen Schema „Quest Beschreibung lesen und X Dinge einsammeln“. Die persönliche Geschichte eines jeden Spielers soll in Ruhe und komplett erzählt werden, was die Entwickler laut Jeff Grubb (Lore and Continuity Designer bei ArenaNet) anfangs vor große Probleme gestellt hat.

Jeff Grubb:
„Wir wollten nicht, dass der Spieler eine riesige Seite Text durchgehen muss, um dann ein generisches Quest durchlaufen zu müssen. So was ist langweilig und mit Guild Wars 2 soll immer etwas in der lebendigen Welt geschehen. Deshalb gibt es überall Challenges, an denen sich die Spieler beteiligen können – aber nicht müssen. Ein Beispiel: Ihr kommt an einer Stadt vorbei, die von Feinden angegriffen werden. Jetzt überlegt Ihr Euch, ob Ihr bei der Verteidigung helft, oder eben nicht. Je nachdem, wie viele Spieler helfen, verändert sich die Welt. Schaffen es die Spieler nicht, den Feind zurückzudrängen, wird die Stadt besetzt. Also kommt Ihr das nächste Mal vorbei und die Challenge ist dann natürlich die Rückeroberung. So haben wir das Leveling komplett gebaut und denken, dass es definitiv der bessere Weg ist, Spieler in die Welt zu bringen.“


Eine Angst der Spieler, die den Vorgängerteil gespielt haben, ist dass die PvP-Lastigkeit das so genannte Endgame und Raids beeinflussen könnte. Durch immer neue PvP-Patches ging der Fokus komplett von PvE weg, Endgame war praktisch nicht vorhanden. Glücklicherweise wird das in Guild Wars 2 nicht der Fall sein, PvE ist wichtig und ein elementarer Bestandteil dessen, was die Entwickler verbessern wollen. Durch Skalierung von Dungeons gibt es immer wieder etwas Neues zu tun.

Jeff Grubb:
„Ihr müsst Euch das so vorstellen, dass man die Dungeons immer neu erleben kann. Ein gutes Beispiel dafür ist der Dungeon Ascalonian Catacombs. Zuerst kommt Ihr mit Eurer Gruppe dort hinein, um die Katakomben von Geistern zu befreien und das dämonische Böse zu besiegen – ein klassischer Dungeon-Run also, angepasst auf Euer Level. Schafft Ihr das, schaltet Ihr einen neuen Modus frei. Das ist kein einfacher Schwierigkeitsanstieg, sondern eine neue Geschichte. Klar, Ihr kennt dann den Dungeon, einiges wird Euch bekannt vorkommen. Aber die Geschichte ist anders, neue Bereiche sind verfügbar, neue Räume und neue Gegner. So ist das Endgame immer wieder fordernd und neu. Es gibt was Neues zu sehen, während Ihr die Dungeons abfarmt.“

Erinnert Ihr Euch an die Zeiten, wo es Stunden gedauert hat, bis alle Klassen vor Ort waren und Ihr endlich anfangen konntet? Einmal fehlte der Tank, dann der Heiler etc. Mit Guild Wars 2 gehört das der Vergangenheit an. Nicht nur, dass Ihr eher Action-orientiert vor Attacken fliehen müsst, alle Klassen bringen Möglichkeiten mit, auch andere Rollen zu erfüllen. Außerdem hat jede Klasse Kräfte, um sich selbst zu heilen. Die Idee dahinter erklärt uns Stephen Hatchins (Product Manager Guild Wars bei NCSoft).

Stephen Hatchins:
„Wir wollen, dass sich die Spieler als wirkliche Helden fühlen, ihre eigene Geschichte schreiben. Und wie soll das gehen, wenn man immer auf einen anderen Spieler angewiesen ist? Wenn man sofort ohne Heilung zusammenfällt oder nur heilen kann und einen Beschützer braucht? Das funktioniert unserer Meinung nach nicht. Also mussten wir dafür sorgen, dass Spieler sich wirklich komplett auf das Spielerlebnis einlassen können. Das beginnt bereits bei der Charaktererstellung, wo die Vorgeschichte festgelegt wird. Jeder dieser Schritte bestimmt, wie NPCs und auch Spieler in der Welt auf Euch reagieren.“

Doch was ist eigentlich mit PvP, dem Kampf echter Personen gegeneinander beziehungsweise ihrer Alter Egos untereinander? In Guild Wars war am Ende alles auf das PvP ausgelegt, in Guild Wars 2 gehen die Entwickler einen etwas anderen Weg. Wichtigstes Feature in diesem Bereich ist der riesige Krieg zwischen den Servern. Welt gegen Welt geht die Schlacht. Alleine dieser Aspekt von Guild Wars 2 ist so umfangreich, dass wir hier nicht weiter drauf eingehen können. Wir verweisen deshalb auf den offiziellen NCSoft-Blog, in dem eine umfangreiche Beschreibung steht.

eSport und Communitys
Wichtig war uns aber besonders, ob man den Status der Schlachten auch extern abfragen kann. Es gibt doch nichts Besseres, als sich gegenüber anderen Gilden zu etablieren und um neue Spieler zu rekrutieren. Wird es also eine Schnittstelle geben, dass Gilden diese Informationen auf der eigenen Website anzeigen können? Wird es wohl, aber der Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Laut Ramon Domke (Community Manager Deutschland bei NCSoft) gibt es vielfältige Bestrebungen, den eSport- und Gildensupport zu perfektionieren. Dafür arbeiten die Entwickler auch mit großen eSport-Ligen wie ESL etc. zusammen. Denkbar ist eine Art Schnittstelle, die XML-Informationen zu Verfügung stellt, damit die Administratoren verschiedener Community- und Gildenseiten alles anzeigen lassen können.

Fazit:
Dieses Wochenende geht es mit dem Headstart los, Guild Wars 2 erscheint. Neben den tollen Features, die dieses MMO zu etwas Besonderem machen, sind Geschichte, Grafik und Atmosphäre exzellent gelungen. Ihr findet unsere Redaktion ab Samstagfrüh im Spiel.