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Posted 19. November 2010 by Philipp Rogmann in News
 
 

Assassin’s Creed Brotherhood – Ezio Auditore ist wieder auf der Jagd


Rom, die ewige Stadt. Nachdem Ihr in Assassin’s Creed 2 schon einmal zum finalen Showdown im Vatikan unterwegs wart, geht es in Brotherhood nun endgültig in die Stadt von Ceasar und Nero. Glücklicherweise müsst Ihr Euch keinem neuen Protagonisten anvertrauen, sondern spielt wieder Ezio, den Helden des zweiten Teils der Assassin’s Creed-Reihe. Und dass dieser Titel Brotherhood heißt und nicht einfach die Zahl Drei angehängt bekommen hat, spiegelt sich auch in der Geschichte wieder. Assassin’s Creed Brotherhood ist ein Epilog, eine Vervollständigung dessen, was Ihr im letzten Teil begonnen habt. Und Brotherhood zeigt weiterhin, was passiert, wenn man sich einer Sache zu sicher ist.

Wir erinnern uns kurz zurück: Ezio Auditore hat es geschafft, das Böse zu vertreiben, die Templer an der Erlangung der Macht über die Welt gehindert und die Villa seines Onkels zu einer blühenden Festung ausgebaut. Alles ist in Ordnung und er kehrt als gefeierter Held zurück. Dass aber eben nicht alles so wunderbar ist, wie es auf den ersten Blick scheint, müsst Ihr schnell erfahren. Euch wird alles genommen und der Weg führt Euch nach Rom, um dem Treiben der Borgia endlich Einhalt zu gebieten. Rom ist eine feindliche Stadt für unseren Helden, fast komplett unter der Herrschaft des Feindes und mit subversiven Elementen durchsetzt, die Euch das Leben zusätzlich schwer machen. So beginnt Euer Wiederaufstieg vom schwer verletzten Namenlosen zum größten Assassinen der Welt. Und in der echten Welt sieht es nicht besser aus: Die Feinde der Assassinen wollen Euch ans Leder. Die Geschichte von Desmond, dem Barkeeper, der per Animus in die Welt seiner Vorväter aufbricht, ist in Assassin’s Creed Brotherhood sehr viel wichtiger geworden. Es spielen einige Sequenzen in der Neuzeit und insgesamt ist die Geschichte von Desmond wichtiger, als die von Ezio. Die Welten inner-  und außerhalb des Animus ist bedrohlich geworden. Es wird Zeit, etwas dagegen zu tun.

Dies ist meine Stadt…
Wer von Euch schon einen der Assassin’s Creed-Teile gespielt hat, kommt schnell zurecht. Und doch hat sich einiges geändert, die Kämpfe sind viel schwieriger geworden. Wo es im zweiten Teil noch möglich war, so lange die Angriffstaste zu drücken, bis alle Gegner am Boden waren, müsst Ihr jetzt mit Abwehr, Konter und Tritten arbeiten, um zu überleben. Die Borgia haben in Rom fast alles unter ihrer Kontrolle. Das heißt weiterhin: Bloß nicht auffallen, denn dieser Feind hat Schusswaffen und macht es Euch schwer, am Leben zu bleiben. Um den Einfluss der Borgia in Rom zu verkleinern und die Stadt unter Kontrolle zu bringen, gibt es eine neue Möglichkeit: Die Türme der Borgia zerstören. Überall auf der Karte gibt es Gebiete, in denen Ihr sofort angegriffen werdet. Sucht dort nach einem Wachkapitän der Feinde, tötet ihn und erklimmt dann den entsprechenden Borgia-Turm. Nachdem Ihr ihn in Brand gesetzt habt, ist das Gebiet wieder frei. Durch das kluge Einsetzen von Geldmitteln, könnt Ihr dann die Geschäfte des Gebiets wieder aufbauen und schon habt Ihr Verbündete.

Eine weitere wichtige Fraktion sind die „Gefolgsleute von Romulus„. Diese in Wolfs- und Hundekleidung gehüllten Verrückten (wir erinnern uns: Romulus und Remus wurden von einer Wolfsmutter aufgezogen und gründeten der Legende nach Rom) machen Euch gern mal das Leben schwer. In den unterirdischen Stützpunkten dieser Fraktion findet Ihr Schriftrollen, die unendliche Macht bedeuten sollen. Insgesamt sechs dieser Schriftrollen wollen gefunden werden – analog zu den Insignien der Assassinen in Assassin’s Creed 2. Ihr habt also genügend neben den Missionen, die die Hauptgeschichte vorantreiben, zu tun. Es gilt nicht nur, Rom wieder erblühen zu lassen, den Einfluss der Borgia zu vernichten, sondern die Schriftrollen zu finden und Euch an den Mördern Eures Onkels zu rächen. Wichtig ist, dabei zu bemerken, dass es wirklich ein interessantes Element ist, die Geschäfte der einzelnen Gebiete wieder aufzubauen. Endlich ist der ökonomische Teil von Assassin’s Creed wichtig.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Rekrutieren von neuen Assassinen. Manchmal werden unbescholtene Bürger von den Soldaten der Borgia angegriffen. Helft Ihr ihnen und rettet sie, werden sie Eure Anhänger. Über ein Menü könnt Ihr sie dann auf eigene Missionen schicken. Nach einer Zeit werden sie stärker und irgendwann selbst zu Assassinen. Das bringt Euch nicht nur Ansehen, Ihr habt damit starke Verbündete. Per Zuruf kommen diese Assassinen-Gruppen Euch zu Hilfe, wenn es mal wieder zu eng wird. Das funktioniert nicht immer, ist aber ein tolles Element, wenn Ihr arg in Bedrängnis seid.

When in Rome…
Grafisch ist Assassin’s Creed Brotherhood wieder ein Genuss. Obwohl Ihr praktisch nur in Rom und Umgebung unterwegs seid, ist der Detailgrad der einzelnen Gebäude wunderbar. Auch die Art, wie die Zivilbevölkerung in der Stadt gezeigt wird, ist wieder grandios. Vom versteckt flirtenden Paar bis zu Laternen tragenden Fußgängern: Ihr habt das Gefühl, in einer echten Stadt unterwegs zu sein. Jeder Ort hat so viele Details, dass man sich oftmals dabei erwischt, einfach nur die Kerzenleuchter einer Kathedrale anzuschauen oder sich im Marmor zu spiegeln. Noch nie haben Fassadenklettern und das Erklimmen von Türmen so stylisch ausgesehen.

Gleiches gilt für den Soundtrack, der wieder sehr atmosphärisch ist. Die meisten Soundeffekte sind aus dem Vorgängertitel übernommen worden, was ich persönlich gut finde, denn beim Synchronisieren kommt wieder die alte Melodie, an die ich mich gewöhnt habe. Es ist immer ein Moment des Entspannens, bevor ich als Ezio den Turm per Sprung verlasse. Ebenso grandios sind wieder die Originalsprecher. Jeder Spieler sollte die Konsole auf Englisch umschalten, denn was hier vom Acting her geboten wird, ist eines echten Filmes würdig.

Zusammen – oder gegeneinander – für die gute Sache…
Assassin’s Creed Brotherhood hat eine ganz neue Option: Multiplayer-Modi. Generell geht es um das, was Ihr im Spiel immer machen müsst, aber diese Mehrspielerpartien können sehr intensiv sein und sind eine tolle Zusatzoption zur Singleplayer-Geschichte. Generell geht es darum, ein Ziel auszuschalten – entweder im Team oder alleine. Wenn Ihr alleine ein Ziel habt, sind andere Spieler ausgesandt worden, um Euch zu erwischen. Das kann schwierig werden, denn oftmals müsst Ihr sehr lange suchen, bis Ihr Euer Ziel gefunden habt. Ihr habt nur eine generelle Richtung für Eure Suche und wisst, wie Eure Zielperson aussieht. Aber dabei dürft Ihr nicht vergessen, dass auch andere Assassinen auf der Jagd nach Euch sind. So kann es passieren, dass Ihr endlich Euer Ziel niedergestreckt habt, nur um im selben Moment von einem anderen Assassinen erwischt zu werden. Der Multiplayer von Assassin’s Creed Brotherhood macht Spaß und ist eine willkommene Abwechslung.

Fazit:
Wunderschön, packend inszeniert und mit vielen kleinen und großen Änderungen vollgepackt, ist Assassin’s Creed Brotherhood wieder ein absoluter Hit. Die kleineren und größeren Bugs, mit denen man manchmal zu kämpfen hat, tun dem ganzen keinen Abbruch. Ezios Geschichte mag in diesem Teil nicht so ausformuliert sein, dafür gibt es in der echten Welt in Person von Desmond einiges zu entdecken. Insgesamt ist wieder ein Paket gelungen, das Spaß macht und fordernd ist. Dazu kommt die visuelle und audiovisuelle Präsentation, die eine Wucht ist. Die Multiplayer-Optionen sind interessant, aber fesseln nicht so lange vor die Konsole oder den PC. Das tut die Singleplayer-Story genügend…