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Posted 13. Dezember 2010 by Philipp Rogmann in Plattform
 
 

World of Warcraft: Cataclysm – Ein Add-On, das eine Welt verändert


Vor zwei Jahren machten sich die Spieler von World of Warcraft nach Northrend auf und wollten den Lichkönig Arthas vernichten und einen neuen Kontinent erforschen. Jetzt geht es wieder in die alte Welt und es hat sich einiges geändert. Zwar gibt es keine neue Heldenklasse, dafür wieder zwei neue Rassen – Worgen auf der Allianzseite und Goblins auf Seiten der Horde. Und die Welt von Warcraft ist nicht mehr die Selbe, der Kataklysmus hat alles verändert. Der brüchige Frieden zwischen Allianz und Horde ist vorbei, Konflikte brechen auf und Deathwing / Todesschwinge, Endgegner der dritten Erweiterung von World of Warcraft, hat viel zerstört.


Um die Größe von Cataclysm zu verstehen, darf man nicht nur die Inhalte für Spieler anschauen, die mit Wrath of the Lich King bereits den höchsten Level erreicht haben und nur danach trachten, die neue Maximalstufe 85 zu erreichen. Natürlich gibt es neue Gebiete für diese Spieler. Aber mit dem Erscheinen von Todesschwinge ist die Welt komplett verändert worden und ist nicht mehr vergleichbar mit dem, was zu Anfang während des Levelns von 1 bis 60 zu sehen und zu erleben war. Die Entwickler haben so viele Events und Quest-Reihen geschaffen, die die umfangreiche Geschichte von World of Warcraft erzählen, dass Cataclysm praktisch ein neues Spiel ist. Das erfolgreichste MMORPG aller Zeiten ist wirklich erwachsen geworden und Blizzard haben nicht einfach nur oben etwas draufgesetzt, sondern das ganze Game perfektioniert.

Schöne alte, neue Welt
Es gibt natürlich neue Zonen, die für Spieler der Stufen 80 bis 85 gedacht sind: Vashj’ir, Hyjal, Deepholm, Uldum und Twilight Highlands. An allen Fronten kämpfen die Fraktionen nicht nur um die Vorherrschaft, sondern auch gegen lange vergessene Gegner, die aus der Versenkung zurückkehren –  Elementare und korrumpierte Wesen aus anderen Welten. Und dort gilt es natürlich ebenfalls wieder, mit den Fraktionen der Horde und der Allianz ehrfürchtigen Status zu erreichen, um Belohnungen zu kassieren. Und es gilt, lange Quest-Reihen zu beenden, die genial inszeniert sind und uns einiges über die Geschichte hinter den Konflikten erzählt – Achievements inklusive.

Dass dieses Mal auch an neue Spieler gedacht wurde, die die Welt, die erfahrene Spieler schon lange hinter sich gelassen hatten, neu erfahren, ist wirklich zu begrüßen. Insgesamt werdet Ihr – solltet Ihr gerade mit World of Warcraft beginnen, oder einen neuen Charakter erstellen – durch die gesamte Vorgeschichte zum herrschenden Konflikt geleitet – inklusive toller In-Game-Events und Quests. Bei der neuen Zone für hochstufige Charaktere – Vashj’ir – kommt zudem eine Neuerung zum Tragen: Die gesamte Zone ist unter Wasser und Ihr erwerbt zum Anfang ein neues Reittier: Ein Seepferdchen, das Euch schnell von A nach B bringt. Leider wird hier eine Unzulänglichkeit der Game-Engine deutlich. Dreidimensionales Bewegen und Kämpfen wird oftmals zum Krampf und erinnert ein wenig an den Kampf in der Eiskronenzitadelle, bei dem Ihr Valithria Traumwandler heilen müsst: Das funktioniert alles nicht so gut wie es sollte.

Von Level-Up zu Level-Up
Nur weil einige Spieler in wenigen Stunden die neue Maximalstufe 85 erreicht haben, heißt das nicht, dass sich diese Geschwindigkeit für normale Leute als Indikator ergibt. Nach einem schnellen Erfolgserlebnis – Level 81 ist schnell erreicht – geht die Level-Geschwindigkeit nach einer Zeit drastisch hoch und das ist gut so. Schließlich können wir nicht davon ausgehen, dass sofort wieder eine Erweiterung für World of Warcraft erscheint. Trotz der guten Quest-Dichte werdet Ihr bis Level 85 nicht alle neuen Gebiete gesehen haben. Besonders dann nicht, wenn Ihr wirklich alle Quest-Reihen beendet. Wer denkt, dass in Cataclysm nicht genügend Inhalt enthalten ist, kann sich beruhigen: Es gibt wirklich viel zu entdecken. Auch die neuen Dungeons sind eine Pracht. Hier solltet Ihr im Level-Up ein wenig innehalten und besonders die Instanz in Vashj’ir anschauen. Aber Vorsicht: Cataclysm ist schwerer als Wrath of the Lich King. Die verloren geglaubte Kunst „Crowd Control“ ist wieder sehr wichtig, ebenso werden Jäger wieder „kiten“ müssen. Das alte Prinzip von „ziehe die Gruppe zusammen und benutzt AoE“ funktioniert nicht mehr. Zu stark sind die Gegner – auch im normalen Modus einer Instanz.

Neue Berufe und Möglichkeiten
Seit jeher gab es in World of Warcraft zwei Hauptberufe, die Ihr wählen konntet und einige Sekundärberufe wie „Erste Hilfe„, „Kochkunst“ und „Angeln„. Mit Cataclysm findet ein neuer Beruf den Weg ins Spiel: „Archäologie„. Dieser Beruf kann neben anderen angenommen werden und Ihr verliert keinen Hauptberuf. Überall in der Welt findet Ihr so Grabungsstätten, die Artefakte enthalten. Nach einer Zeit könnt Ihr diese Artefakte in einer Art Notizbuch zusammenfügen und erschafft Gegenstände, Reittiere und Begleiter. Gut gelöst ist, dass Ihr Euch nicht mit anderen Spielern um die Grabungsstätten prügeln müsst: Jede Stätte ist für Euch exklusiv bestimmt.

Natürlich wurden die Maximalstufen für alle bestehenden Berufe ebenfalls angehoben. Und jetzt könnt Ihr nicht nur Tränke oder Rüstungen oder Ähnliches erstellen: Dank neuer Mechaniken habt Ihr die Möglichkeit, selbst zu Reittieren zu werden.

Fazit:
Man könnte stundenlang über die Änderungen, Verbesserungen und Erweiterungen in Cataclysm dozieren, doch das überlassen wir Anderen. Wir können zusammenfassend nur soviel sagen: Diese Erweiterung ist die beste Erweiterung zu World of Warcraft. Nicht nur neue Rassen und Berufe und neue Zonen wurden eingeführt, die alte Welt lohnt sich wieder und wird nicht nur schnell durchgequestet. Cataclysm ist kompakt, vielschichtig und eine willkommene Abwechslung und wird uns noch einige Zeit beschäftigen. Ganz davon ab, wurde mit den neuen gewerteten Schlachtfeldern viele neue Möglichkeiten für Fans von PvP eingeführt. Gut gemacht, Blizzard!