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Posted 27. Januar 2011 by Entertainweb in DVD / Blu-Ray
 
 

Vergessene Perlen – Serienkiller ermordeten unsere Helden


Von Biene Maja und Wickie über Colt Seavers und Captain Future bis zu B.A. Baracus und Angus MacGyver haben uns TV-Serienhelden geprägt. Andere Figuren jedoch wurden Opfern von „Serienkillern“ wie Einschaltquoten und Programmchefs. Den unterhaltsamsten der vergessenen Helden ist dieses Special gewidmet.

Die Spezialisten unterwegs

Was haben Serien wie Miami Vice, Baywatch, Catweazle oder Knight Rider gemeinsam? Sie behielten auch in der deutschen Lokalisation ihren Originaltitel. Das hätten auch der US-Serie Misfits Of Science gut getan, denn der hierzulande verwendete Titel Die Spezialisten unterwegs würde heute keinen mehr vom Hocker reißen und klang selbst in den guten alten Achtziger Jahren schon etwas sperrig. Frei übersetzt hieße die Serie Außenseiter der Wissenschaft, was die Sache zugegebenermaßen kaum besser gemacht hätte.

Die Serie, die am 29. August 1988 auf RTL ausgestrahlt wurde, ist das, was vermutlich herauskommen würde, wenn man eine humorvolle Arztserie wie Scrubs mit einem Marvel-Comic in den Genre-Mixer wirft: Die Wissenschaftler Dr. Billy Hayes und Dr. El Lincoln vom Humanidyne Institut in L.A. stellen ein Team aus Menschen mit übermenschlichen Fähigkeiten zusammen. Während Dr. Hayes (gespielt von Dean Paul Martin, dem Sohn des Sängers Dean Martin) besondere Fähigkeit ist, Tequila zu trinken, kann sich Dr. Lincoln (Kevin Peter Hall) dank eines Serums auf Spielzeugpuppen-Größe schrumpfen lassen.

Der Rockmusiker Johnny B, alias John Bukowski, kann seit einem Stromschlag bei einem Konzert Blitze schießen und sich blitzschnell bewegen. Gloria Dinallo dagegen wurde bereits mit telekinetischen Fähigkeiten geboren. Der Direktor der Forschungseinrichtung, Richard „Dick“ Stetmeyer, wird von Max Wright gespielt, besser bekannt als Willie Tanner aus der Serie Alf. Dass es lediglich 16 Folgen gab, mag daran liegen, dass in den USA zur gleichen Zeit der Denver Clan ausgestrahlt wurde – mit fatalen Folgen für die Darsteller.

Kurios: Beide Hauptdarsteller ereilte ein tragischer Tod im Alter von 35 Jahren: Dean Paul Martin starb bei einem Flugzeugabsturz, Peter Hall (übrigens: schlüpfte in die Haut des Aliens in Predator (1987) mit Arnold Schwarzenegger) durch eine Aids-infizierte Blutkonserve.

Der Mann aus Atlantis

Die Geschichte von der Meerjungfrau mal anders herum: Der Meeresbiologin Dr. Elizabeth Merrill wird bei einem Strandspaziergang ein geheimnisvoller Mann vor die Füße gespült. Wie sich herausstellt, ist Mark Harris der letzte Überlebende des sagenumwobenen Atlantis – was erklärt, warum er mit Schwimmhäuten ausgestattet ist. Die US-Regierung ist begeistert von den Kräften des Meerjungmannes und setzt ihn in diversen Missionen ein. Auch ein Millionär im Stil eines James-Bond-Bösewichts zeigt Interesse am menschlichen Flipper.

Obwohl die Serie, auch bekannt als Der Mann aus dem Meer bereits 1977 und 1978 gedreht wurde, strahlte die ARD sie hierzulande erst 1982 aus. Vielleicht, weil der Hauptdarsteller bei uns dank einer ganz anderen Rolle populär war: Eigentlich kam „der Mann aus Atlantis“ aus Dallas. Zumindest aus der gleichnamigen Erfolgsserie Dallas. Patrick Duffy feierte nämlich Erfolge in der Rolle des Bobby Ewing.

Immer wirrere Storys (inklusive Begegnungen mit Aliens) schreckten viele Zuschauer ab (vor allem die, die keine Drogen nahmen), so dass nach einer Staffel Schluss war. Dennoch: Den eigenwilligen Schwimmstil von Patrick Duffy nachzuahmen, wurde seinerzeit zu einer der Hauptbeschäftigungen in öffentlichen Schwimmbädern.

Mork vom Ork

Schon zehn Jahre vor Alf beanspruchten die Abenteuer eines Außerirdischen auf unserem Planeten die Lachmuskeln. Kein geringerer als Robin Williams mimte das Alien vom Planeten Ork, das seinem Vorgesetzten Orson über seine Infiltration der menschlichen Rasse berichten sollte. Wie später Alf kam Mork bei einer Kleinstadtfamilie unter. Und ebenfalls wie bei Alf entstand die Komik vor allem dadurch, dass der Gast aus dem All mit seiner Unkenntnis der menschlichen Sitten sich immer wieder auffällig anders benahm. Auch der Umstand, dass er telekinetische Begabungen hatte, im Kopfstand schlief, mit den Fingern trinken konnte und „Nano Nano“ für eine adäquate Begrüßungsformel hielt, machte ihn zu einem schrägeren Serienstar als spätere schrullige Typen wie Monk und Dr. Perry Cox aus Scrubs zusammen.

Die Serie, die in Deutschland erstmals 1979 im ZDF ausgestrahlt wurde, brachte es auf stolze 95 Episoden, wurde im selben Jahr mit dem People´s Choice Award ausgezeichnet und Robin Williams erhielt für den Mork einen Golden Globe. Pam Dawber, die Darstellerin der jungen Dame Mindy, die Mork mit den menschlichen Gebräuchen vertraut macht, ist heute übrigens mit Mark Harmon verheiratet – besser bekannt als Special Agent Gibbs aus Navy CIS.

Den gesamten Überblick findet Ihr bei den Kollegen von entertainweb…