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Posted 28. Februar 2011 by Philipp Rogmann in News
 
 

Hands-On mit den Entwicklern in London




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Was macht einen guten Shooter aus? Ist es die Grafik, der bombastische Sound oder die Geschichte? All das ist wichtig, aber allererste Vorgabe für Entwickler sollte sein: Perfekte Steuerung und der daraus resultierende Spielspaß. Dass Splash Damage diese Dinge wie kaum ein anderes Studio beherrschen, hat natürlich Gründe. Und diese Gründe müssen erst mal dargelegt werden, um erklären zu können, warum Brink so ein guter Shooter ist. Wir waren in London und haben uns durch den Koop-Modus und Challenges geschlagen und haben sogar eine Einweisung in das Spiel von Paul Wedgwood selbst bekommen.

Paul Wedgwood, Ed Stern, Richard Jolly und Richard Ham hatten sichtlich Spaß an der Vorführung. Das liegt klar an ihrer Historie, die ebenfalls zeigt, warum ihre Spiele so genial sind. Vormals Modder, die für sich und Freunde Spielerweiterungen und –Modifikationen bauten, wurden Splash Damage schnell zu einer festen Größe im Business. Nach dem Download-Titel Wolfenstein – Enemy Territory war endgültig klar: Die Jungs sind für die Shooter-Entwicklung gemacht. Obwohl Wolfenstein – ET schon bald veraltet war – grafisch zumindest – tummelten sich jahrelang eSport-Profis und Amateure auf den Servern. Zuerst nur mit sechs Multiplayer-only Karten gestartet, erweiterte die Community das Spiel immer weiter. Perfektes Balancing, gut gemachte Karten und unbedingte Spielbarkeit zeichneten den Titel aus.

Bei Brink ist das genauso. Die Story ist relativ schnell erzählt und war für uns beim Hands-On auch weniger von Interesse: Eine riesige Insel für die Reichen der Welt wird nach dem Ansteigen des Meeresspiegels zur einzigen Hoffnung für die übriggebliebenen Menschen. Klar, dass es da Spannungen gibt. Und in den trostlosen Slums der Insel bildet sich der Widerstand gegen die Wächter und den Idealen, die sie vertreten. Die Gegenseite will von der Insel gehen, um eine neue Heimat zu finden, während die Wächter versuchen, mit eiserner Faust jede Form von Rebellion unter Kontrolle zu bringen. Gleich hier steht Ihr am Scheideweg: Entscheidet Ihr Euch für die Revolution oder beschützt Ihr die Werte der Wächter?

Klassen und Balancing
Im Spiel wählt Ihr zwischen vier verschiedenen Klassen: Soldat, Spec Ops, Ingenieur oder Sanitäter. Doch diese Wahl ist nur temporär und kann nicht nur an jedem genommenen Kommandoposten gewechselt werden, es ist eine Pflichtübung, denn nur mit der richtigen Klassenkomposition sind alle Aspekte der Missionen zu bewältigen. Jede Klasse hat Spezialfähigkeiten, die an entscheidenen Punkten der Karte zur Erfüllung der Aufgaben notwendig ist. Da kommt auch gleich der Hauptaspekt wieder hervor, der Wolfenstein – Enemy Territory und Enemy Territory: Quake Wars so gut gemacht hat. Das ist das Teamplay, die unbedingte Notwendigkeit, dass alle Spieler eines Teams an einem Strang ziehen. Wer auf Einzelkämpfer macht, hat kaum eine Chance.

Jeder Spieler kann seinen Charakter in einem wirklich mächtigen Editor selbst anpassen. Neben kosmetischen Änderungen sind dabei auch Waffen und Modifikationen, Spezialfähigkeiten und die körperliche Statur einstellbar. Und während die neueste Jacke oder eine Sonnenbrille vollkommen unerheblich sind, ist die Statur ein wichtiges Element von Brink. Schmalbrüstige Kollegen sind viel schneller als andere, können aber weniger ertragen wenn es zum direkten Kampf kommt und können nur eine gewissen Auswahl der Waffen im Spiel tragen. Der Mittelweg in Sachen Statur kann alles relativ gut, ist etwas langsamer und die größten Waffen bleiben auch ihm verwehrt. Wer sich für die massivste Körperform entscheidet, ist verdammt langsam – wie wir im Test selbst erfahren konnten – kann aber dafür unglaublich starke Waffen tragen und kann einiges ab. Da die Missionen sehr dynamisch sind, solltet Ihr vor Betreten der Server schon genau wissen, welchen Spielstil Ihr präferiert.

Perfekte Symbiose von Multi- und Singleplayer
Was Brink aber so gut macht, ist nicht der Charaktereditor, die vielen freischaltbaren Gegenstände oder die Challenges, die Ihr auch im Singleplayer durchspielen könnt. Nein, Brink macht einfach sauviel Spaß. Brink ist ein Shooter, der sich perfekt steuert und das Balancing lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Wer mit anderen zusammenspielt und ein Team bildet, kommt weiter. Einzelkämpfer werden eine schwere Zeit haben. Insgesamt ist Brink so aufgebaut, dass Ihr einfach vom Einzelspielermodus in den Multiplayer und zurück wechseln könnt.

Feinheit liegt im Detail
Die Entwickler von Splash Damage haben beim Balancing unheimlich darauf geachtet, dass es niemals eine unfaire Situation gibt. So mussten wir beim Event einmal einen Roboter eskortieren. An einer Stelle wurden wir immer und immer wieder aufgerieben, die Situation schon aussichtslos. Doch dann kam von Paul Wedgwood die Ansage, wir sollten uns doch mal nach anderen Wegen umschauen. Kaum hatten wir uns von der Linearität anderer Shooter freigemacht, fanden wir eine bessere Position und waren wenige Minuten später siegreich.

Interessant ist bei Brink ebenfalls, dass Ihr keine feste Lebensanzeige habt. Werdet Ihr schwer getroffen, schafft es aber, aus der Situation zu entkommen, baut sich die Lebensenergie wieder auf. Außerdem könnt Ihr Eure Spezialfähigkeiten nicht nur bei Euren Teamkameraden anwenden, Ihr könnt Euch ebenfalls selbst buffen und verbessern.

Viele Möglichkeiten
Nach einer Stunde war unsere Hands-On-Session leider schon wieder vorbei. Viel zu schnell kam das Ende, weil schließlich auch noch andere Kollegen nach London gekommen waren. Wir konnten uns sowohl Einzel- wie auch Mehrspielerkomponenten anschauen, uns an den Challenges versuchen (Tower Defense, Parcour und Eskorte) und uns einen guten Überblick über die Möglichkeiten dank der freispielbaren Gegenstände und Fähigkeiten machen. Insofern war es ein Ritterschlag für das Spiel, dass alle anwesenden Kollegen eigentlich gern weiterspielen wollten. Denn Brink macht Spaß, fordert und ist ein perfektes Paket für jeden Shooterfan.