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Der Hobbit: Smaugs Einöde: Action in Mittelerde / Review

 
Gesamteindruck
 
 
 
 
 
4/ 5


 


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Posted 11. Dezember 2013 by

Es ist im Moment modern, Filme auf mehrere Teile aufzuteilen, auch wenn es nicht notwendig ist. Die Herr-der-Ringe-Trilogie war noch pro Buch in einem Film zusammengefasst, beim Hobbit scheint das laut Peter Jackson nicht mehr zu funktionieren. Jetzt kommt der zweite Teil der auf drei Filme ausgeweiteten Hobbit-Saga namens Smaugs Einöde in die Kinos. Wir haben uns den Film bereits im Vorfeld anschauen können und sagen Euch, ob sich ein Besuch im Kino lohnt.

Zentraler Charakter der Geschichte des zweiten Teils der Hobbit-Trilogie ist natürlich Smaug. Der Drache, der das Zwergenkönigreich unter dem Einsamen Berg für sich beansprucht und über die Reichtümer der Zwerge herrscht. In den unglaublichen Gold- und Edelsteinbergen befindet sich ebenfalls der Stein, der die Macht der Königsfamilie von Thorin (Richard Armitage) wiederherstellen könnte und eine Vereinigung der zerstrittenen Zwergenstämme herbeiführen würde. Dass der Arkenstein noch andere Probleme verursachen wird, ist Lesern des Buches durchaus bekannt, im Film wird nur kurz darauf eingegangen.

Während die Zwerge und Bilbo sich durch den dunklen Wald auf den Weg zum Einsamen Berg machen, trennen sich die Wege der Gruppe, da Gandalf, der mit Radagast andere dunkle Vorzeichen deuten muss, sich von der Hauptgruppe trennt. Ohne zu viel verraten zu wollen, ist natürlich das Heraufziehen des Bösen, das in den Herr-der-Ringe-Büchern zentraler Punkt ist, ebenfalls ein wichtiger Aspekt des Hobbits. Nicht zuletzt, weil Bilbo in den Besitz des Einen Rings gekommen ist, was aber im Hobbit noch positiv ist.

Orte, Effekte, Längen und Action
Peter Jackson setzt in Smaugs Einöde viel mehr auf Action als im ersten Teil. Aspekte, die im Buch nur Randnotizen sind, werden in den Fokus gerückt, während wichtige Dialoge nicht den Stellenwert bekommen, die sie im Buch haben. Dort wird einfach viel mit endlosen Action-Szenen und eindrucksvollen Effekten gearbeitet. Besonders die erste Begegnung Bilbos mit dem Drachen Smaug (im Original von Sherlock-Holmes-Darsteller Benedict Cumberbatch genial gesprochen) enttäuscht Fans des Buchs, da viele kleine Wortspiele und die Grundstimmung nicht herausgearbeitet werden. Das liegt sicherlich nicht an Bilbo-Darsteller Martin Freeman, der mit Cumberbatch schließlich schon viele geniale Wortwechsel in Sherlock Holmes hatte. Es liegt vielmehr an den überbordenden Effekten, die den Zuschauer überfahren und diese kleinen Wort-Nuancen ersticken.

Im Bereich der Bildgewalt und der Effekte gibt sich Peter Jackson wie gewohnt keinerlei Blöße. Die einzelnen Orte, an denen die Handlung stattfindet, scheinen wirklich wieder in Mittelerde zu sein, authentisch und perfekt ausgearbeitet. Sei es die Stadt am See, der Einsame Berg mit den endlosen Hallen des ehemaligen Zwergenkönigreichs, der Dunkle Wald mit dem Elfenkönigreich oder Dol Guldur, der Sitz des Nekromanten, der noch schlimmere Neuigkeiten für die freien Völker Mittelerdes bereithält, als es Gandalf und Radagast erwartet haben: all das ist atmosphärisch stimmig und mit viel Liebe zum Detail erschaffen worden.

Leider ist wieder das geschehen, was man nach dem ersten Film schon dachte: Es gibt viele Längen, in denen unwichtige Aspekte so in den Vordergrund geschoben werden, dass man nicht umhin kommt, daran zu denken, dass Jackson einfach viel Zeit füllen muss. Dennoch werden einige Charaktere in Smaugs Einöde aufgebaut, die im Laufe des letzten Films der Trilogie noch wichtig werden. Viele der Dialoge des Buches wurden wiederum umgeschrieben und Dinge eingeführt, die so nicht im Buch erscheinen (oder nur als Randnotiz). Wir müssten hier Spoilerwarnungen angeben, deshalb lassen wir die Analyse. Nur so viel: Tauriel (gespielt von Evangeline Lilly aus Lost), die Offizierin der Wache des Elfenkönigs, wurde extra von Jackson erfunden und hat eine relativ wichtige Rolle im Laufe des Films, ebenso wie Legolas (gespielt wieder von Orlando Bloom), im Buch kommen beide nicht vor, obwohl Legolas natürlich später wichtig wird. Ebenso die Szene mit den Fässern auf dem Fluß, diese wurde ebenfalls stark verändert. Das alles verändert große Teile des Films.

Fazit:
Handwerklich ist Der Hobbit: Smaugs Einöde ein Genuß, Peter Jackson gibt sich wieder keine Blöße. Wo er aber beim ersten Teil noch näher am Buch war, nimmt er sich dieses Mal sehr viele Freiheiten, die das Gefühl geben, er musste Zeit füllen. Viele Zwei-Zeilen-Dialoge des Buchs wurden auf minutenlange Streitgespräche aufgepumpt, Action-Szenen werden von Randnotizen zu riesigen Schlachten. Das sieht super aus und ist durchaus für diejenigen, die das Buch nicht gelesen haben, ein echter Spaß. Aber trotz all dem Glanz und Gloria merkt man die Längen, die der Film hat, weil eben noch ein dritter Film geschaffen werden muss. Insgesamt ist Smaugs Einöde ein visueller Augenschmaus, erzählt den Mittelteil des Buches mit künstlerischer Freiheit weiter und ist durchaus zu empfehlen. Als Tolkien-Fan bleibt mir dennoch ein fahler Nachgeschmack.


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