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Elysium: Matt Damon als Held wider Willen / Review

 
Gesamteindruck
 
 
 
 
 
4.5/ 5


 


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Posted 7. August 2013 by

Es gibt verschiedene Wege, eine traurige Zukunft der Menschheit zu verfilmen. Regisseur Neill Blomkamp wählt für seine Vision des Jahres 2154 imposante Bilder, die verstörend echt und fast normal wirken. Keine Überzeichnung einer Erde, die vor Überbevölkerung, Armut und Hunger verottet, sondern einfach Bilder, die eine Situation so zeigen, wie es eben nun mal in der Zeit ist. In Elysium geht es vielleicht um eine der größten Revolutionen aller Zeiten, aber sie basiert nicht auf Massenschlachten, die Nachdenklichkeit wird zwischen den Zeilen erzählt.

Eine Welt jenseits des Abgrunds
Im Jahr 2154 gibt es nur noch zwei Klassen von Menschen: Die Superreichen, die auf der künstlichen Welt Elysium in der Umlaufbahn der Erde wohnen und diejenigen, die fast nichts haben. Die Erde selbst ist größtenteils zerstört, wird von Roboterpolizisten verwaltet und Hoffnung gibt es kaum. Hin und wieder versuchen Schmuggler, mit gestohlenen Shuttles Menschen nach Elysium zu bringen – gegen einen saftigen Preis natürlich. Schon hier sieht man Blomkamps Versuch,einige der Probleme der heutigen Zeit zu verarbeiten. Mexikanische Menschenschmuggler in der Zukunft.

Für Max (gespielt von Matt Damon) ist das egal. Als verurteilter Autodieb auf Bewährung, versucht er sein Leben so gut es geht zu leben. Schon im Kinderheim wurde ihm mitgeteilt, dass er zwar für etwas Besonderes geboren sei, aber Elysium niemals für ihn sein würde. Seine Kindheitsfreundin Frey (Alice Braga) hat ein totkrankes Kind zu versorgen und ebenfalls keinen Sinn für große Pläne. Alles läuft so vor sich hin, breitet sich als Bild von Selbstaufgabe, ohne Hoffnung auf ein besseres Leben.

Ein Held steht auf
Bis eines Tages Max bei der Arbeit einen tödlichen Unfall hat und er erfährt, dass er nur noch fünf Tage zu leben hat. Ab diesem Punkt muss Max erkennen, dass er die Technologie von Elysium seine einzige Chance ist. Dank so genannter MedPods können die Bewohner von Elysium jede Krankheit sofort heilen. Ein letzter krimineller Auftrag soll ihm das Geld für ein illegales Shuttle sichern. Dabei fällt ihm allerdings etwas in die Hände, das die gesamte Welt ändern und die Menschheit retten könnte.

Fazit:
Neill Blomkamp schafft es, seine Figuren echt und glaubwürdig in Szene zu setzen. Dabei geht er nicht groß auf Hintergrundgeschichten ein (außer bei Max und Frey), sondern lässt uns im Hier und Jetzt an dem Leben der Protagonisten teilhaben. Insgesamt wirken weder die Erde noch Elysium aufgesetzt und falsch. Der Zuschauer muss tatenlos zusehen, wie aus einem einfachen Mann ein Held wird, der Opfer bringen muss, um sich und seine Mitmenschen zu schützen. Aber Elysium ist viel mehr als nur ein SciFi-Action-Film, er erhebt den moralischen Zeigefinger – ohne dass sich die Zuschauer dagegen wehren können. Aber er macht dies eben nicht aufgesetzt, sondern nimmt uns einfach mit in diese Welt, damit wir selbst merken, was falsch läuft.


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