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BEYOND: Two Souls: Wenn ein Spiel bewegende Kunst wird / Preview

 


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Posted 24. September 2013 by

Wenn aus einem Spiel mehr wird, als das simple Abarbeiten von Aufgaben; wenn man Gefühle für die Protagonisten entwickelt und sich diese ständig ändern, man emotional berührt wird; wenn eine Geschichte erzählt wird, die zwar unglaublich aber glaubwürdig ist, und wenn eine Welt bedeutend für den Spieler wird, dann ist es einfach Kunst. BEYOND: Two Souls ist genauso ein Spiel: echte Kunst, emotional tiefgründig, nicht immer einfach Spaß und nicht erschaffen, um einfach zu gefallen. Wir haben uns auf die Reise durch dieses ganz besondere Abenteuer der Heavy-Rain-Macher begeben und sind immer noch aufgewühlt.

Spezielle Fähigkeiten und die Stimme im Kopf
BEYOND führt Euch quer über den Globus auf eine Reise, die 15 Jahre des Lebens von Jodie Holmes (gespielt von der Schauspielerin Ellen Page) beleuchtet. Ihr begleitet Jodie durch ihr Leben und erlebt die ergreifendsten Momente, die durch Eure Handlungen und Entscheidungen Jodies Schicksal bestimmen. Früh von ihren Eltern getrennt, wurde Jodie von dem Wissenschaftler Nathan Dawkins (gespielt von Willem Dafoe) in einem Institut für Paranormale Aktivitäten wegen ihrer übernatürlichen Kräfte untersucht. Seit ihrer Kindheit ist Jodie mit einem unbekannten, mächtigen Geistwesen namens Aiden unzertrennlich gebunden. Aiden ist Jodies unsichtbarer Beschützer, der aber auch eifersüchtig und wütend werden kann und dann mit seinen gewaltigen Kräften viel Schaden anrichtet. Diese ständige Gratwanderung zwischen Kontrolle und Kontrollverlust hindert Jodie daran, ein auch nur annähernd normales Leben zu führen.

Zeit und (Ohn)Macht
Jodies Fähigkeiten werden schon so früh erkannt, dass ihr Weg vorbestimmt scheint. Natürlich will die Regierung mit ihrer Hilfe mehr erreichen, als es für einen normalen Menschen möglich ist. Wir konnten nicht nur die Kindheit, sondern auch das Aufwachsen und das Heranwachsen zu einer Agentin spielen. Dabei ist der zeitliche Ablauf nicht der Spielverlauf. Ihr springt von Jugend zu Erwachsenenalter und wieder zurück zur Kindheit. So lernt Ihr, Jodie und Aiden zusammen zu steuern und einen eigenen interaktiven Film zu schaffen, der schnell die Grenzen zwischen Realität, Fiktion und einfachem Spiel verwischt. Davon lebt BEYOND, von echter Emotion. Aiden ist ein Geist, ein Wesen, das Jodie nur bedingt steuern kann. So kommt es in einem Teil der Geschichte, der die Jugend von Jodie beleuchtet, zum Eklat: Von anderen Teenagern schlecht behandelt, will Jodie nur noch weg, aber Aiden begibt sich auf einen Rachefeldzug, der dem Spieler zwar Genugtuung verschafft, aber Jodie in eine prekäre Situation bringt. Ihr könnt durchaus selbst entscheiden, wie weit Aiden geht, aber wenn Ihr seine Macht entfesselt, gibt es kaum einen Weg, ihn aufzuhalten. Damit spielen die Entwickler gekonnt.

Jodie und Aiden sind natürlich eine Kombination, die unheimlich viele Möglichkeiten schafft. In einer Mission mussten wir geheime Daten in einer Botschaft sammeln. Jodie im eleganten Abendkleid und ihrem Trumpf in der Hinterhand, geht auf Toilette und lässt Aiden los, der die Wachen geschickt ablenkt und den Safe öffnet. Alle Interaktionspunkte für Aiden sind markiert und Ihr könnt ziehen, schubsen, ablenken und sogar Wachen einfach erwürgen. Die Möglichkeiten sind schier endlos, um zu dem zu kommen, das man erreichen soll. Wir haben uns für den ruhigen Weg in der Botschaft entschieden, die Wachen abgelenkt und die Daten gestohlen. Es wäre durchaus auch möglich gewesen, Besitz von einer Wache zu ergreifen und sie die Schmutzarbeit machen zu lassen. Doch noch eine Sache schafft emotionale Nähe zu den virtuellen Protagonisten: Jodie kann nicht unendlich lange Aiden kontrollieren, ihr Kreislauf bricht zusammen und sie steht an der Schwelle zum Tod wenn Ihr nicht schnell genug seid. Nicht nur, dass die Missionen sehr abwechslungsreich sind (es gibt Action-, Schleich- und Rätselmissionen), die Schauspielkunst von Ellen Page und Willem Dafoe sind atemberaubend. Durch die nicht-lineare Abarbeitung der Geschichte erfahrt Ihr immer nur Schnipsel aus dem Leben von Jodie und seid ständig gespannt darauf, wie es wohl weitergehen wird.

Wahre Kunst und Emotionen
In BEYOND schaffen es Quantic Dream, nicht nur die Grenzen zwischen Spiel und Film komplett zu verwischen, die Schauspieler haben einen großen Einfluss auf die pure Emotion, die durch das Spiel transportiert wird. Für die deutsche Fassung wurden zudem die Synchronsprecher gewonnen, die die Schauspieler auch in Hollywood-Blockbustern ihre Stimme leihen. Man fühlt sich sowohl gleich zuhause als auch seltsam beunruhigt, Teil des Lebens von Jodie zu werden. Ohne zu viel zur Story verraten zu wollen: Die Begabung und Aiden haben nicht nur Vorteile für Jodie, ein normales Leben ist schier unmöglich.

Fazit:
BEYOND: Two Souls ist Kunst, so einfach ist das. Ein interaktiver Film, der so viel mehr transportiert als es ein normaler Hollywood-Streifen könnte. Getragen durch eine tolle Geschichte und eine geniale Cast, werdet Ihr in das Geschehen hineingezogen, könnt Euch nicht dagegen wehren, was dort passiert. So ist Jodies Geschichte schnell auch Eure Geschichte und Ihr tretet ein in einen (Alb)traum. Wer dachte, dass nach Fahrenheit und Heavy Rain nicht mehr möglich ist, wird beeindruckend eines Besseren belehrt. Wer eine PlayStation 3 sein Eigen nennt, kommt an BEYOND: Two Souls nicht vorbei. Mehr emotionale Bindung an ein Spiel gibt es nicht. Pure Kunst mit toller Story.

BEYOND: Two Souls: Story-Trailer from Philipp Rogmann on Vimeo.


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