Partner:    


 
 


 
News
 

 

Borderlands 3-Review: Ferne Planeten, krasse Action und viel Humor

 
 
Details
 

Systeme: Xbox, PlayStation, PC
 
Publisher: Take2
 
Entwickler: Gearbox
 
USK-Rating: 18
 
Anzahl Spieler: 1-5
 
Release: 13. September 2019
 
Homepage: https://borderlands.com/de-DE/
 
Genre: Shooter
 

Positives


- Riesige Welt - Insgesamt tolle Geschichte - Tiefgründiges Talentsystem - Immens viele Waffen

Negatives


- Hauptgegner belanglos - kleinere Bugs und Glitches - Teilweise störrisches Waffenhandling


Posted 11. November 2019 by

 
Full Article
 
 

Ach ja, Borderlands. Der Traum eines jeden Looter-Shooter-Fans. Unendliche Waffenauswahl, ein ganz besonderer Humor und ohne Ende Action – alleine oder mit anderen. Dazu der Borderlands-typische visuelle Stil mit Cel-Shading, der das Ganze komplettiert. Aber ist Borderlands 3 ein würdiger Nachfolger zu den Klassikern der Borderlands-Reihe? Achtung, Spoiler: Ja, auf jeden Fall! Es gibt ein paar kleine Kritikpunkte, aber insgesamt haben es Gearbox absolut geschafft, den Spirit der Serie einzufangen und weiterzuentwickeln.

Borderlands 3 beginnt thematisch einige Jahre nach den Vorkommnissen von Borderlands 2 und zunächst war ich skeptisch, da der Hauptverantwortliche für die Story der Vorgänger Gearbox einige Zeit vor der Arbeit an Borderlands 3 verlassen hat. Vielleicht ist das der Grund, warum Borderlands 3 auch Neueinsteiger in die Serie direkt ins Geschehen schmeißt, ihnen kaum Möglichkeiten gibt, die Vorgeschichte in irgendeiner Form zu erleben oder zu lernen. Es geht wirklich gleich los.

Und wie es losgeht, Zeit zum Luftholen bekommt man – wie in den Vorgängerteilen – eigentlich kaum. Claptrap (inzwischen selbsternannter General Claptrap) hilft einem in einem sehr kurzen Tutorial auf dem Weg zur ersten Mission, die Grundsteuerung zu lernen, reißt ein paar Sprüche und dann geht es auch schon los. Als erster kleiner Kritikpunkt sei hier angemerkt, dass mir persönlich das Waffen-Handling und das Zielen etwas holprig vorkamen. Man gewöhnt sich schnell dran, aber wenn man in letzter Zeit andere aktuelle FPS-Titel gespielt hat (zum Beispiel Call of Duty), hat man doch das Gefühl, dass hier irgendwie alles ein bisschen undynamischer ist.

Eine Befreiungsaktion und der Beginn von allem
Nachdem Claptrap durch sein viel zu großes, mechanisches Mundwerk zur Geisel wird, geht es wirklich los mit Borderlands 3 und hört dann auch so schnell nicht mehr auf damit, Euch ein Feuerwerk um die Ohren und Augen zu knallen. Nach dem ersten kleinen Bossfight lernen wir sukzessive immer mehr Protagonisten und Antagonisten kennen. Außerdem geht es jetzt los mit dem Verteilen von Talentpunkten und der Spezialisierung. All das geht schneller als in klassischen RPGs vonstatten, aber wer hätte bei einem Borderlands-Teil etwas anderes erwartet?

Was Borderlands 3 ziemlich schnell von den Vorgängern unterscheidet, ist dass das Universum um ein Vielfaches größer ist. Die Welt von Pandora mag groß sein, wenn man nach den Sternen greift, hat man auch aus Entwicklersicht die Möglichkeit, das Universum frei von Zwängen zu erweitern. Eure Basis, die Sanctuary 3, ein Raumschiff mit allen Annehmlichkeiten, die ein Vault Hunter braucht, lässt Euch frei zu den Planeten reisen, die Ihr freigeschaltet habt. An Bord gibt es eine Shooting Range, NPCs und Ihr könnt Eure Basis mit Trophäen und Dekoration individualisieren.

Waffen? Waffen! Waffen…!!!!
Nach der Einführung geht es los mit dem, was Borderlands schon immer so gut macht: Ihr seid auf der Jagd nach der nächsten, noch cooleren Waffe. Es soll Milliarden Kombinationen geben, das nehmen wir einfach mal so an, ich habe bei 200 genutzten Waffen aufgehört zu zählen (mal ganz abgesehen von denen, die ich liegenlassen musste, weil der Platz nicht reichte). Da viele Waffen jetzt alternative Feuermodi oder Zusätze haben, werdet Ihr noch mehr Spaß dabei haben, Horden von Gegnern entgegenzutreten.

Die Hauptantagonisten der Story von Borderlands 3 sind die Calypso-Zwillinge und da bin ich bei meinem Hauptkritikpunkt an Borderlands 3: die beiden Bösewichte sind irgendwie flach und uninteressant. Die Idee, dass zwei Streamer zu Gangsterbossen aufsteigen, ist nicht so richtig zündend. Glücklicherweise sind sie nur teilweise an der Geschichte beteiligt und insgesamt schafft es das Team von Gearbox, die Geschichte von Pandora abzuschließen und die Serie auf eine neue Story vorzubereiten.

Übrigens, wer denkt, dass der teilweise infantile Humor von Borderlands durch den Weggang des Story-Leads verschwunden wäre, der kann sich entspannt zurücklegen: Es gibt genügend Sprüche – teilweise tief unter der Gürtellinie – und Witze, One-Liner und Blödsinn, dass man sich gleich wieder in Borderlands 3 zuhause fühlt.

Fazit:
Borderlands 3 ist groß, größer, eine Art Borderlands XXL. Mit verschiedenen Planeten, einem eigenen Raumschiff als Basis und so vielen Waffen, dass man keine Chance hat, alles wirklich zu sehen. Die Hauptantagonisten mögen nicht so relevant sein, sondern oftmals eher peinlich, aber Gearbox haben es geschafft, den neuen Teil zu einem stimmigen Gesamtkunstwerk zu machen. Über die hin und wieder auftretenden technischen Bugs und Glitches schaut man da gerne hinweg. Gearbox hat die erste Geschichte, die über die letzten zehn Jahre erzählt wurde, stimmig abgeschlossen und die Borderlands-Reihe für die Zukunft fit gemacht. Wer dann auch noch mit Freunden zusammen auf die Jagd nach Loot geht, bekommt eine riesige Welt, die einfach passt. Well done, Gearbox.