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Far Cry 3: Piraten und Psychopathen im Inselparadies / Review

 

 
Details
 

Gesamtbewertung
84%
84/ 100


 


In aller Kürze

Tweet Gleich zum Start ein herber Schlag: Protagonist Jason Brody will eigentlich den Erlebnisurlaub mit seinen Freunden in Südostasien genießen. Bei einem Fallschirmsprung landet die Clique auf den Rook Islands – der Heimat einer mordenden und vergewaltigenden Piratengang. Dass mit den Herrschaften nicht zu spaßen ist, wird schnell klar, als der Spieler vom Irren Vaas […]

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Posted 17. Januar 2013 by

 
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Gleich zum Start ein herber Schlag: Protagonist Jason Brody will eigentlich den Erlebnisurlaub mit seinen Freunden in Südostasien genießen. Bei einem Fallschirmsprung landet die Clique auf den Rook Islands – der Heimat einer mordenden und vergewaltigenden Piratengang. Dass mit den Herrschaften nicht zu spaßen ist, wird schnell klar, als der Spieler vom Irren Vaas verhört wird. Es kommt, wie es kommen muss und die Gefangenen entledigen sich ihrer Ketten – da lässt der erste auch schon sein Leben. Das alles beobachtet der Spieler von der ersten Minute aus der Ego-Perspektive. Jason kann sich seinen Weg immerhin aus dem Piratenlager bahnen und wird kurze Zeit später von den Einheimischen aufgenommen – und als Volksheld gefeiert. Warum, weiß er selbst nicht so genau. Ist ihm eigentlich auch egal, will er doch nur seine verbliebenen Freunde finden und so schnell wie möglich die Biege machen.

Lahme Story? Nur auf dem Papier!
Was sich liest wie eine beliebige 0815-Geschichte, entpuppt sich schnell als fiese Rahmenhandlung für überraschende Wendungen, die den Spieler auch gerne mal die Rolle des Täters übernehmen lassen. Ganz recht. Scheint die Rollenverteilung zu Anfang noch relativ klar, verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse mit zunehmender Spieldauer. Eine gern gesehene Abwechslung.

Abseits der rund 20 Stunden andauernden Einzelspieler-Kampagne tun sich immer wieder neue Möglichkeiten auf. Die dichte Vegetation der Rook Islands und die offene Spielwelt laden zu optionalen Tätigkeiten ein: feindliche Stützpunkte einnehmen, um so neue Schnellreisestationen zu generieren; Sendetürme erklimmen, um die Karte zu erweitern oder sich auf die Pirsch legen. Die Spielwelt strotzt nämlich nur so von wilden Tieren. Die Jagd ist allerdings kein beiläufiges Feature, sondern viel mehr essentiell.

Das Volumen des Rucksacks, also das Inventar, lässt sich nämlich nur mit Wildschweinfellen erweitern, die Munitionstasche mit Tapirfellen. Was Entwickler Ubisoft Montreal allerdings aus den Augen verloren hat: das Balancing. Denn der Schwierigkeitsgrad außerhalb der Storymissionen verändert sich so gut wie gar nicht. Ist mal wieder ein Upgrade fällig, wird völlig unmotiviert irgendein Vieh auf der Karte auserkoren, hingerannt und dem Tier schließlich den Garaus gemacht. Darüber hinaus strotzt die Spielwelt nur so vor Schatztruhen mit Geld, das der Spieler gegen neue Waffen und Ausrüstung tauscht. Das Problem: schnell ist die Geldbörse randvoll und man weiß gar nicht mehr, wohin mit der ganzen Kohle. Da bleibt die Motivation auf der Strecke.

Durchwachsenes Missionsdesign
Immerhin werden die abwechslungsreichen 40 Storymissionen immer wieder von interessanten Nebenquests wie Wettschießen oder Wettrennen aufgelockert. Dabei glänzt Far Cry 3 mit zig verschiedenen Fahrzeugen, die allesamt über eine realistische Fahrphysik verfügen. Auch abseits der Sonntagsfahrten durch den Dschungel gibt sich die Inszenierung ausgereift. Die optische Darbietung ist schlicht eine Wucht, die passende Musik tönt im richtigen Moment aus den Boxen und selbst die deutsche Synchro gefällt. Wer des Englischen mächtig ist, sollte aber dennoch auf den O-Ton umstellen, kommt dieser doch noch eine ganze Ecke authentischer daher. Ein Mehrspieler-Modus mit vier Modi für bis zu 18 Spieler, sowie ein Koop-Part für bis zu vier Spieler mit eigenen Missionen unterhalten auch noch nach Abschluss der Kampagne.

Fazit
Far Cry 3 ist weder auf Gameplay- noch auf Storyebene ein Ausnahmespiel. Viel mehr besinnt sich Ubisofts neueste Veröffentlichung auf bewährte Komponenten und optimiert diese. Die Spielwelt wirkt lebendiger als je zuvor, die Storymissionen gefallen und auch sonst gibt es jede Menge zu tun in der offenen Spielwelt. Mit Jason gibt es außerdem endlich mal wieder einen wirklich authentischen Protagonisten im Shooter-Genre. Ohne Frage, ein heißer Anwärter auf den Shooter-des-Jahres-Titel.


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